Openair-Saison 2026: Was die Zahlen über den Vorverkauf sagen
Trends

Die Schweizer Openair-Saison 2026 ist durch. St. Gallen und Frauenfeld melden je rund 105'000 Besucher, Gampel 76'000, das Zürich Openair hat ganz pausiert.
Auf den ersten Blick ist das ein normales Jahr.
Auf den zweiten Blick zeigt es etwas anderes: Über ein Festival entscheidet nicht die Nachfrage, sondern der Vorverkauf.
Die kurze Antwort
Die grossen Schweizer Openairs waren 2026 gut gefüllt, aber die Luft nach oben ist dünner geworden. Beim Openair St. Gallen liegt der Break-even laut SRF bei rund 100'000 Tagestickets, also bei etwa 90 Prozent Auslastung. Wer erst in der Eventwoche ausverkauft, hat bis dahin alle Kosten bezahlt und weiss trotzdem nicht, ob die Rechnung aufgeht. Darum ist der Vorverkauf die Kennzahl, die zählt, und nicht die Schlusszahl im Rückblick.
Was die Saison 2026 in Zahlen zeigt
Openair St. Gallen, 25. bis 28. Juni 2026: rund 105'000 Tagespässe bei einer Kapazität von 110'000. Im Jahr davor waren es 96'000.
Openair Frauenfeld, Juli 2026: rund 105'000 Besucher, nach rund 102'000 im Vorjahr.
Openair Gampel, 20. bis 23. August 2026, 40. Ausgabe: 76'000 Besucher, rund 20'000 weniger als 2025.
Zürich Openair: 2026 pausiert, die Rückkehr ist für 2027 geplant.
Drei dieser vier Zahlen sehen für sich genommen solide aus. Trotzdem erzählt die Saison keine Wachstumsgeschichte.
Warum 105'000 Besucher noch kein ruhiges Jahr sind
Das Budget des Openair St. Gallen ist laut SRF innert eines Jahres von 9 auf 13 Millionen Franken gestiegen. Der Break-even liegt bei rund 100'000 Tagestickets. Das sind etwa 90 Prozent Auslastung, bevor der erste Franken übrig bleibt.
Die Kosten verteilen sich so: rund ein Drittel Musik, rund ein Drittel Infrastruktur, 28 Prozent Marketing, Gastro und Cashless, 8 Prozent Security. Der Security-Anteil hat sich verdoppelt. Dazu kommen 4'000 unbezahlte Helferinnen und Helfer.
Huber vom Openair St. Gallen sagt es deutlich: "Festivals sind ein Geschäft mit hohem Risiko." Und: "Es wird eine Ausdünnung geben."
Christoph Bill vom Verband SMPA fasst dasselbe so zusammen: "Die dünne Luft ist noch dünner geworden."
Ein volles Gelände ist kein Polster. Es ist die Bedingung dafür, dass es überhaupt aufgeht.
Der Vorverkauf ist die eigentliche Kennzahl
Ein Event, das bei 90 Prozent Auslastung den Break-even erreicht, kann sich keinen späten Verkauf leisten.
Gehen 60 Prozent der Tickets erst in den letzten zwei Wochen weg, hast du bis dahin Booking, Infrastruktur und Marketing bezahlt, ohne zu wissen, ob du ins Ziel kommst.
St. Gallen zieht daraus eine sichtbare Konsequenz. Der Vorverkauf für 2027 startete am Montag direkt nach dem Festival, Einstiegspreis 239 Franken, Ausgabe vom 1. bis 4. Juli 2027.
Das ist kein Marketing-Gag, das ist Liquiditätsplanung. Direkt nach dem Event ist die Erinnerung am stärksten, und die Konkurrenz um dasselbe Wochenende steht noch nicht.
Warum der Verkauf sonst immer später kippt: Warum Gäste Tickets immer später kaufen.
Warum Gampel einen Tag gestrichen hat
Gampel feierte 2026 die 40. Ausgabe und kam auf 76'000 Besucher, rund 20'000 weniger als im Vorjahr.
Die Zahl sieht nach Einbruch aus, ist aber grösstenteils eine Rechenfolge. Der Sonntag fiel weg, dafür kam neu ein Mittwoch als "Walliser Spezialparty" dazu.
Ein Tag weniger heisst automatisch weniger Tagespässe. Es heisst aber auch weniger Infrastrukturtage, weniger Security-Stunden und weniger Schichten.
Kapazität ist eine Stellschraube, keine Naturkonstante. Weniger Tage mit guter Auslastung schlagen mehr Tage mit halbleerem Gelände.
Was du für deinen eigenen Vorverkauf mitnimmst
Fünf Punkte, die für einen Club, eine Daydance oder ein Festival mit 800 Gästen genauso gelten:
Verkaufe früher, nicht länger. Ein früher Start mit einer Early-Bird-Kategorie bringt dir Geld, bevor du es ausgibst. Wie du die Stufen ansetzt, steht in Den perfekten Ticketpreis festlegen.
Rechne deinen Break-even in Tickets, nicht in Franken. Eine Zahl, die du jeden Morgen im Dashboard gegen den Ist-Stand halten kannst, ist mehr wert als ein Budget-PDF.
Sichere dir den Cashflow während des Vorverkaufs. Bei Beyond Tickets werden die Einnahmen wöchentlich automatisch ausbezahlt, schon während des Verkaufs, nicht erst nach dem Event.
Miss, woher die Verkäufe kommen. Mit einem Tracking-Link pro Kanal siehst du live, ob die Story, der Newsletter oder das Plakat die Tickets bringt. Ohne diese Auswertung optimierst du im Blindflug.
Baue dein Publikum auf, nicht das einer Plattform. Mit Whitelabel-Ticketing gehören dir die Käuferdaten. Daraus wird beim nächsten Mal ein Presale, der startet, bevor du den ersten Franken für Werbung ausgibst.
Ignoriere die Hälfte davon, wenn du klein bist
Die Zahlen aus St. Gallen sind lehrreich, aber sie sind kein Massstab für einen Event mit 400 Gästen. Ein 13-Millionen-Budget erzwingt Strukturen, die dich in dieser Grösse nur bremsen.
Wenn du klein bist, zählen drei Dinge: ein Verkaufsstart, der früh genug liegt, ein Checkout, der auf dem Handy in unter einer Minute durch ist, und eine Liste deiner bisherigen Gäste.
Was du nicht brauchst: eine Mehrjahresplanung, ein Dutzend Ticketkategorien oder dynamische Preise. Das kostet Zeit und bringt bei 400 Gästen nichts.
Häufige Fragen zur Openair-Saison 2026
Wie lief die Schweizer Openair-Saison 2026?
Gut besucht, aber ohne Wachstum über die Breite. Das Openair St. Gallen kam auf rund 105'000 Tagespässe bei 110'000 Kapazität, Frauenfeld ebenfalls auf rund 105'000 Besucher. Gampel zählte 76'000, rund 20'000 weniger als 2025, weil ein Festivaltag wegfiel. Das Zürich Openair pausierte 2026 und will 2027 zurückkommen.
Warum starten Festivals den Vorverkauf immer früher?
Weil die Fixkosten früh anfallen und die Marge dünn ist. Beim Openair St. Gallen liegt der Break-even bei rund 100'000 Tagestickets, also bei etwa 90 Prozent Auslastung. Ein früher Vorverkauf bringt Liquidität, bevor Booking und Infrastruktur bezahlt werden müssen, und liefert früh eine verlässliche Prognose.
Was heisst das für kleinere Events in der Schweiz?
Dass die Logik dieselbe bleibt, die Werkzeuge aber kleiner ausfallen dürfen. Früher Verkaufsstart, ein schneller mobiler Checkout und die eigenen Käuferdaten für den nächsten Presale reichen weit. Grosse Kategorien-Matrizen und Mehrjahresplanungen lohnen sich in dieser Grösse nicht. Mehr dazu in 7 Gründe, warum dein Event nicht genug Tickets verkauft.
Fazit
Die Saison 2026 war keine Krise und kein Boom. Sie war eine Erinnerung daran, wie schmal die Marge im Schweizer Eventgeschäft geworden ist.
Wer früh verkauft, seine Zahlen live sieht und seine Gäste behält, plant die nächste Ausgabe aus einer anderen Position.
Nicht die Nachfrage entscheidet. Der Vorverkauf entscheidet.
Willst du deinen Vorverkauf auf der eigenen Domain führen, mit wöchentlicher Auszahlung und deinen eigenen Käuferdaten? Jetzt kostenlos starten.
Stay Updated